Umbenennung der Rollen

postitleswirl

Die langersehnte Ankunft eines Wortes…

 

Folgender Text ist eine Aktualisierung meines Posts vom Juni 2011. Die ganze Zeit über habe ich versucht, einen geeigneteren Begriff für das Folgen zu finden. Heute ist es mir gelungen.

Ich würde euch gerne die ganze Geschichte erzählen, weil ich möchte, dass ihr versteht, wie es dazu gekommen ist.

Dazu angespornt wurde ich von der Notwendigkeit, die Begriffe Führen und Folgen von den Geschlechtern loszulösen. Denn je öfter ich die Bezeichnung Folgende benutzt habe, desto größer wurde meine Abneigung. Sie gibt den Leuten eine falsche Vorstellung und ruft überhaupt das Schlimmste hervor – Angst, Gehorsam und Passivität. Und beim Begriff des Führens gibt es ähnlich Probleme. Man fühlt sich zu sehr in der Verantwortung, um die Auswirkung seiner Bewegungen kontrollieren zu können.

Für die Lösung dieses Problems habe ich, wie wir es oft tun, nach Argentinien geblickt, um mir Rat zu holen. Am häufigsten verwendet man dort die Begriffe Mann und Frau, wenn man sich auf die Rollen bezieht. Das war natürlich wenig hilfreich. Allerdings muss ich sagen, dass ich diese Bezeichnungen immer noch denen des Führens und Folgens vorziehe. Und mein eigener Weg im Tango, auf dem ich beide Rollen tanze, hat mich diesen Bezeichnungen eher näher gebracht als mich von ihnen entfernt.

Ich verstehe die Geschlechtsidentität als ununterbrochene Folge von Erfahrungen und Darbietungen. Ich sehe die Geschlechterrollen als einen Raum für Spiel und Selbstausdruck. Ich sehe den Tango als einen besonderen Ort für dieses Spiel. Als Folgende verkörpere und spiele ich mit meiner Weiblichkeit. Als Führende verkörpere und spiele ich mit meiner Männlichkeit. Abhängig von meinen Absichten für die nächste Tanda ändere ich entsprechend meine Körperhaltung, ändere ich meine Bewegungen, ändere ich die Interaktion mit den Leuten um mich herum. Ich wechsle oft die Schuhe, weil sie geschlechtsspezifische körperliche Erfahrungen und Energien vermitteln. Wenn ich führen möchte, verwende ich den Cabeceo des Mannes… Wenn ich folgen möchte, flirte ich. (Ich frage niemals Führende nach einem Tanz. Und schon gar nicht mit dem umgekehrten Cabeceo. Hier könnt ihr lesen, weshalb (auf englisch).)

Ich für meinen Teil fühle mich sehr wohl damit, als weibliche Führende diese Rolle mit Männlichkeit und dem, was dazu gehört, zu verbinden. Aber ich weiß auch, dass meine Art der Identifikation mit den Rollen nicht den Erfahrungen vieler meiner Queer-Tango-Freunde entspricht. Deshalb habe ich weiter nach geeigneteren Begriffen gesucht, welche die Aufgaben der Rollen im Tanz von den Geschlechtern loslösen.

Eine Bezeichnung, die in Buenos Aires manchmal für das Führen benutzt wird, ist das Verb marcar, etwas andeuten, markieren. Der Führende ist ein Marcador. Ich habe diese Bezeichnung immer sehr gemocht. Ich stelle mir dabei vor, dass die Führenden Künstler sind, die im Dunkeln zeichnen. Ihre Bewegungen sind zu klein, um sichtbar zu sein. Allein die Folgenden können dieser Kreativität Ausdruck verleihen und sie ans Licht bringen. Die Führenden markieren, sie zeichnen einen Plan, eine Vision und die Folgenden verwirklichen diese.

Im Englischen kann ich für die Führenden einfach das Wort Mark verwenden.

Damit hatte ich also mein erstes Wort. Aber was war mit den Folgenden? Ich habe es mit Light, Licht versucht. Aber diese Bezeichnung erschien mir eher beschwerlich, nicht wirklich eingängig und hätte zudem einer ständigen Erklärung bedurft.

Ich mag die Idee von den Folgenden als strahlend hellem Glanz und Manifestation. Aber ich habe mir schwergetan, einen passenden Begriff für sie zu finden.

Im Castellano gibt es das Verb illuminar, erleuchten . Allerdings fand ich das Wort vom Klang her etwas sperrig. Also habe ich weiter nach einem Begriff für Licht oder Ähnliches gesucht und heute habe ich ein wirklich wunderschönes Wort entdeckt: revelar. Es bedeutet beleuchten oder enthüllen, aber eben noch mehr… etwas entstehen lassen. Es bringt die Verantwortung der Folgenden zum Ausdruck, sie sind die wirkende Kraft und verwirklichen die Ideen der Führenden. Sie sind die Reveladores.

Im Englischen kann ich sie somit Revel nennen.

Das Wort revel bedeutet zudem im Englischen feiern, genießen. Und das gefällt mir umso besser, weil ich gerne ein Wort verwenden möchte, das uns alle stets daran erinnert, warum wir tanzen. Um zu feiern und uns zu begeistern. Folgende können sich zu leicht in Hörigkeit, in “Folgsamkeit” verlieren. Wir müssen uns einfach immer wieder daran erinnern zu spielen und zu funkeln.

Wieso das Ganze? Warum sich überhaupt darüber Gedanken machen? Nun, Wörter haben die Fähigkeit, etwas hervorzurufen oder heraufzubeschwören. Die Rollen zu benennen, ihre Aufgaben zu bestimmen, Begriffe zu benutzen, um unsere Erlebnisse zu feiern und um sie uns zu bewahren, das alles ist Teil des Prozesses, um in diesem Tanz aufzublühen und frei zu sein.

Wir sind weiterhin auf der Suche nach einer passenden Übersetzung der Begriffe Mark und Revel ins Deutsche. Während Mark vielleicht einfach mit Künstler übersetzt werden kann, ist es schwierig einen Begriff für Revel zu finden, der genauso ausdrucksstark ist. Ich werde also die neuen englischen Begriffe im gesamten Technik-Material benutzen.

Ich möchte, dass du weißt, dass du nicht allein bist …

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… weder in deinen Träumen für Tango, noch in deinen Frustrationen.

Mein tiefster Wunsch ist der gleiche wie der aller meiner Schüler und
Freunde … derjenigen, die noch nicht angefangen haben zu tanzen und derjenigen, die viel tanzen.

Es ist eine Partnerschaft.

Eine Sache, die ich auf dieser Suche gelernt habe, wir müssen:

Aufhören, auf Partner zu warten, und sie selbst aufbauen und kreieren.

Ich habe einen 10-stufigen Aktionsplan geschrieben.

Bist du bereit, die gewünschten Partner zu finden?

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Power is the courage, confidence, and competence to make things happen. I want to create in a way that’s incomparable and define my own compensation package. You too?

Syntax of Power is a raw, potent, and spare revelation of how I got to where I am and how I take on the struggle every day.

This book is not about tango, it’s about everything else.

It’s about stepping into the darkness of change, learning how to take care of yourself, and making things happen.

Dyv stands for Duro y Vio. We were inspired by a 2007 conference at Harvard University about tango as a transnational culture. Also we wanted to create something that would help people to imagine a queerer tango. We forbid ourselves to use the word ‘passion’ and instead tried to articulate the experience more precisely.

Argentine Tango is more than an elaborate and difficult dance, it is an international culture of intimacy, desire, and dignity. No mere romance or memoir, the intricately woven stories evoke tango’s true mysteries … the elation, the frustration, the compulsion…

We published the book in 2009. Dancers asked “how did you know what I was feeling?”

Silences in history. Silences by code. Silences of fear. You already know that Tango’s silences can be sublime and they can be devastating.

What I do in my blog is use myself as a lens – sometimes a microscope, sometimes a telescope. I try to be as honest with myself and you as words concede. Then I try to find a deeper meaning and imagine a pathway for us.

A blog post can be a fragment, a wisp of inspiration, an outline for thinking. A book must complete and reconcile it all. Now I drag the social scientist to the scene to enumerate the facts of the case, the mystery which brought both stardom and tragedy to my life.

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